Grundsatzerklärung
Wenn Sie Partner des Familiennetzwerks werden möchten, füllen Sie sich bitte die Online-Unterstützungserklärung aus.
Wer wir sind
Wir ergreifen die Initiative und bilden ein Netzwerk von in Österreich tätigen gesellschaftlichen, politischen und kirchlichen Organisationen und Einrichtungen, die mit Familien und für Familien arbeiten. Auch die Mitarbeit und Unterstützung durch Einzelpersonen ist willkommen.
Das Familiennetzwerk stellt die entwicklungspsychologisch begründeten Bedürfnisse der Kinder und Gerechtigkeit für deren Eltern in der Solidarität der Generationen in den Mittelpunkt seiner Arbeit. Es geht uns um die Stärkung der Freiheit und Handlungskompetenz der Familien.
Wir agieren über Grenzen von Parteien und Konfessionen hinweg auf Basis eines christlich-humanistischen Menschenbildes sowie auf der Basis von wissenschaftlichen Erkenntnissen. Wir stehen nicht in Konkurrenz zu den vielfältigen familienorientierten Initiativen, sondern wollen diese verstärken und zu gemeinsamen Aktivitäten zur Aufwertung der Familie und ihrer Leistungen im gesellschaftlichen Bewusstsein zusammenführen.
Mit Familiennetzwerken anderer Länder und ähnlichen Initiativen stehen wir in konstruktiver Zusammenarbeit.
Wovon wir überzeugt sind
Familie und Kinder sind das Wertvollste, was wir haben!
Die Wertschätzung der Familie entscheidet nicht nur über persönliches, individuelles Glück, sondern auch über den Zustand und die Zukunft der gesamten Gesellschaft. Kinder haben Recht auf umfassenden Schutz und Aufmerksamkeit.
Eine auf Familien basierende Gesellschaft ist glücklicher, zufriedener und stabiler. Geht es den Familien gut, geht es auch der Gesellschaft gut. Damit liegt es auch in der Verantwortung von Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Kirche, kinder- und familienfreundliche Strukturen zu schaffen.
Familien haben einen Anspruch auf eine gerechte Familienpolitik in allen Belangen.
Die Familie, die ihre Grundlage in der Ehe zwischen Mann und Frau hat und auf Kinder ausgerichtet ist, ist als gesellschaftliches Leitbild unersetzbar.
Die Erziehung der Kinder ist das Recht und die Pflicht der Eltern - andererseits haben Kinder ein Recht auf ihre Eltern.
Die Familie ist viel mehr als eine bloß juridische, soziale und ökonomische Einheit; sie bildet eine Gemeinschaft der Liebe und Solidarität und ist in einzigartiger Weise geeignet, kulturelle, ethische, soziale, geistige und religiöse Werte zu lehren und zu vermitteln. Daher ist die Familie Schule der Humanität und Fundament unserer Gesellschaft und Kultur.
(Einstimmig verabschiedet bei der "Strategietagung" am 26. Jänner 2008 am Sonntagberg/NÖ)Unsere familienpolitischen Forderungen "Gerechtigkeit für Familien"
Weitere und dringend erforderliche Verbesserung der Situation der Familien ist nur durch eine ganzheitliche Betrachtungsweise, das heißt durch eine „Zusammenschau“ der steuer-, arbeits- und sozialversicherungsrechtlichen Rahmenbedingungen möglich. Daher wird eine bessere wechselseitige Abstimmung einzelner Maßnahmen in den genannten Bereichen angeregt ("Integrierte Familienpolitik").
Generationengerechtigkeit
Wir setzen uns für Gerechtigkeit zwischen den Generationen ein.
Generationengerechtigkeit heißt, dass jede Generation zumindest so viele Lebenschancen vorfindet wie die Generation vor ihr. Generationengerechtigkeit ist die Voraussetzung für die Solidarität zwischen den Generationen.
In der aktuellen politischen Situation präsentieren wir folgende Forderungen:
- eine Sanierung öffentlicher Haushalte, um zukünftige Generationen nicht weiter zu belasten (die allerdings nicht zu Lasten der Familien heute erfolgen darf)
- bei zukünftigen gesetzlichen Maßnahmen ein „generational accounting“ im Sinne einer Generationenbilanz, das heißt einer Darstellung der Verteilung gesellschaftlicher Ressourcen auf die verschiedenen Generationen (Verpflichtung analog zum „gender budgeting“)
Sozialversicherungsrecht
Derzeit belasten die gesetzliche Pensionsversicherung und die Kosten der Pflege tendenziell die nachwachsenden Generationen. Da eine ausschließliche Finanzierung der gesetzlichen Pensionsversicherung durch ein Umlageverfahren in der gegebenen demographischen Situation tendenziell ungerecht im Hinblick auf Generationen ist, fordern wir stärkere Berücksichtigung von Kindern in der gesetzlichen Pensionsversicherung.
- Verbesserte Anrechnung der Kindererziehungszeiten, niedrigere Beiträge für Eltern
- Streichung der Selbstbehalte (zum Beispiel Rezeptgebühr und Gebühren für Krankenhausaufenthalte) für mitversicherte Kinder
- Rücknahme von Leistungskürzungen bzw. Leistungsverbesserungen für Kinder in der Krankenversicherung (z. B. Reduzierung der Kostenübernahme von Milchpumpen durch die WGKK; Übernahme der Kosten für Zahnspangen von Kindern)
- Höhere Kinderzuschläge in der Arbeitslosen- und Pensionsversicherung
Einkommensteuerrecht
Wir fordern ein steuerfreies Existenzminimum für alle (unterhaltsberechtigten) Familienmitglieder. Voraussetzung dafür ist eine steuerliche Gleichbehandlung von Familien bei gleicher wirtschaftlicher Leistungsfähigkeit.
Die methodische Umsetzung ist eine politische Entscheidung.
Um Wahlfreiheit sicherzustellen, darf es zu keiner weiteren Diskriminierung der elterlichen Eigenbetreuung kommen.
Neben der unzureichenden Berücksichtigung von Kindern im Einkommensteuerrecht ist die überproportionale Belastung von Familien durch indirekte Steuern (z.B. Umsatzsteuer) und Abgaben in den Blick zu nehmen.
Transferleistungen
Der Ausgleich zwischen Menschen, die Verantwortung für Kinder tragen, und Kinderlosen ist eine gesellschaftliche Notwendigkeit und stellt kein "Almosen" dar.
Die Politik ist aufgefordert, einen umfassenden Familienleistungsausgleich (als Weiterentwicklung des Familienlastenausgleichsfonds) zu schaffen, der der Bedeutung der Familie für die gesellschaftliche Entwicklung gerecht wird.
- Jährliche Valorisierung der Transferzahlungen, insbesondere der Familienbeihilfe (analog zu Pensionen)
- Herstellung von Wahlfreiheit durch Förderung der Kinderbetreuung durch die eigenen Eltern
Ausbau von Transferleistungen für Eltern behinderter Kinder (zum Beispiel Pflegestufenzuerkennung)
Arbeit
Gefordert wird eine Ebenbürtigkeit von Familien- und Erwerbsarbeit (d h. Familienarbeit wie Erziehung, Betreuung und Pflege) soll besser als bisher wahrgenommen, bewertet und finanziell abgegolten werden.
Das Arbeitsrecht hat die familiäre Situation zu berücksichtigen.
Wahlfreiheit soll real wahrgenommen werden können – es muss den Eltern überlassen bleiben, wie lange und in welcher Form sie ihre Berufsunterbrechung gestalten. Das Elternrecht auf Erziehung muss gewahrt bleiben.
Bildungsmaßnahmen und Wiedereinstieg – auch nach langen Phasen der primären Familienarbeit – fördern.
Keinesfalls darf es zur Diskriminierung von Müttern und Vätern in der Arbeitswelt kommen.
Regelungen, die einseitig auf einen möglichst raschen beruflichen Wiedereinstieg von Müttern und Vätern nach der Geburt abzielen, werden abgelehnt.
Weitere Forderungen (exemplarisch)
- Abkehr von der „Kind als Schaden“-Judikatur
- Kostenlose öffentliche Urkunden und Dokumente für Kinder (z. B. Reisepass, Personalausweis)
- Öffentlicher Personenverkehr - keine Diskriminierung von Familien gegenüber Senioren
(Wien, am 30. Sep. 2009)
